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Im Trend: Teppichboden
Zeichen für Ruhm und Ehre: der rote Teppich
Schon bei den Arabern galt: Wer zum Herrscher auf den roten Teppich treten darf, steht in dessen besonderer Gunst. Auch heute noch ist der rote Teppich ein weltweit anerkanntes Zeichen für Wertschätzung und Gastlichkeit. Ob beim Staatsbesuch oder beim Empfang eines prominenten Gastes in einem Luxushotel – der ausgerollte rote Teppich unterstreicht die Bedeutung der zu erwartenden Person.
Die besondere Bedeutung der roten Farbe geht auf eine Tradition der Antike zurück: Damals stand die Farbe Purpur – ein tiefes, leuchtendes Rot – für Würde und Reichtum, denn der gleichnamige Farbstoff war extrem kostbar. Er wurde aus dem Sekret einer seltenen Schneckenart gewonnen, die nur an der kleinasiatischen Küste vorkam. In Anlehnung an diese Tradition wird der rote Teppich auch heute noch zu besonderen Anlässen ausgerollt. Mit der Kunst, Fäden herzustellen und sie miteinander zu Stoffen zu verbinden, beginnt auch die Geschichte des Teppichs. Eine besondere Fertigkeit im Knüpfen gemusterter Teppiche entwickelten die Nomadenvölker aus den Steppen Innerasiens, die mit ihren Produkten nach Persien zogen. Von dort brachten Anfang des 11. Jahrhunderts Kreuz- und Wallfahrer die ersten Orientteppiche nach Europa, wo sie wohlhabenden Adeligen und Bürgern als Dekoration und Wandschmuck dienten. Im Laufe der Zeit wurden Teppiche immer häufiger als Bodenbelag verwendet. Unabhängig von ihrer Verwendung galten sie als Zeichen für Wohlstand und Kultur.
Teppichboden: seit den fünfziger Jahren beliebt Der rote Teppich – seit Jahrhunderten ein Symbol für Würde und Reichtum Erst mit der Erfindung des mechanischen Webstuhls wurden Teppiche erschwinglich, wenn auch nicht für die breite Masse. Als Revolution wurde deshalb das Tuftingverfahren angesehen, das die schnelle und preiswerte Produktion großer Teppiche ermöglichte. Schmale und lange Teppichbahnen konnten problemlos aneinander genäht und in einem Raum von Wand zu Wand verlegt werden. Dies war die Geburtsstunde des Teppichbodens. Ende der fünfziger Jahre hielten die Tufting-Maschinen in Deutschland Einzug, und innerhalb kürzester Zeit wurde der Teppichboden hierzulande zum beliebtesten Bodenbelag.
Teppichboden: ein Stück Kulturgeschichte
Zeichen für Wohlstand und Kultur: der Teppich
Die Webtechnik
Das Weben von Teppichböden mit mechanischen Webstühlen ist die älteste Art der Teppich- Herstellung und sehr aufwändig. Entsprechend hoch sind die Preise für gewebte Teppichböden. Die Mustervielfalt, in der gewebte Teppiche angeboten werden, ist nahezu unbegrenzt.
Das Tuftingverfahren
Der Begriff „Tufting“ ist abgeleitet vom englischen Wort für „sticken“ („to tuft“). Eine Tufting-Maschine funktioniert ähnlich wie eine überdimensionale Nähmaschine: Zahlreiche Nadeln sticken in hoher Geschwindigkeit Teppichgarn in ein Trägermaterial. Das Garn wird dabei von Greifern gehalten, zu losen Schlingen geformt und auf der Rückseite verankert. Darüber hinaus erhält der Teppichboden meist zusätzlich einen Textilrücken – gelegentlich auch einen Schaumrücken – zur Stabilisierung. Dieser Zusatzrücken verbessert außerdem Trittkomfort und Die älteste Art der Herstellung: Schallschutz. die maschinelle Webtechnik Eine Revolution auf dem Teppichmarkt: die Tufting-Maschine
Die moderne Herstellung von Teppichböden
Ein Velours-Teppichbodenwirkt einladend und repräsentativGetuftete Teppichböden gibt es in drei verschiedenenAusführungen:
Schnittflor/Velours– der Klassiker
Die Garnschlingen des Teppichbodens sind aufgeschnitten. Der optische Effekt: die für Velours Teppichböden typische samtartige Oberfläche und ein elegantes Erscheinungsbild.
Schlingenflor/Schlingenware (Bouclé)– der Rustikale
Bei der Boucléware bleiben die Schlingen des Teppichbodens erhalten. So entsteht eine grobe Oberflächenstruktur, die für eine rustikale Raumatmosphäre sorgt.
Schnittschlinge/Cut Loop– der Vielseitige
Bei der Schnittschlinge, auch Reliefware genannt, ist nur ein Teil der Garnfäden aufgeschnitten. Dadurch entstehen reliefartige Strukturen. Teppichböden mit dieser Beschaffenheit werden in großer Vielfalt angeboten. Schlingenware sorgt für eine rustikale Atmosphäre Teppichboden aus Schnittschlinge zeichnet sich durch eine hohe Mustervielfalt aus
Die Nutzschicht
Bei rund 90 Prozent der Teppichböden auf dem deutschen Markt besteht die so genannte Nutzschicht aus synthetischen Fasern. Am häufigsten findet sich das strapazierfähige und pflegeleichte Polyamid. Ebenfalls verwendet werden Polypropylen, Polyester und Polyacryl. Der Vorteil von Synthetikfasern: Sie sind besonders unempfindlich gegenüber Verschleiß.
Woraus ein Teppichboden besteht
Ein Zusatzrücken erhöht Trittkomfort und Lebensdauer von Teppichböden Besonders unempfindlich gegen Verschleiß: Synthetikfasern
Der Teppichrücken
Der so genannte Teppichrücken verleiht der Ware die nötige Stabilität, Gehkomfort, Haltbarkeit und wirkt schalldämmend. Eingesetzt werden Textil- und Schaumrücken. Die meisten Teppichböden sind heute mit einem Textilrücken ausgerüstet. Ihr Vorteil: Sie müssen nicht geklebt, sondern können verspannt werden. Hierfür werden die Teppiche über eine Unterlage aus Filz oder Schaum gespannt und an den Rändern mit Nagelleisten befestigt. Eine weitere Verlegemethode ist das Kletten. Dabei wird Teppichboden mit einem Vliesrücken in einem auf dem Boden befestigten Klettband verhakt. Im Gegensatz zu Bodenbelägen aus synthetischen Fasern sind Wollteppichböden aus tierischen Fasern meist gegen Schädlingsbefall imprägniert. Dieser Vorgang ist auch als „Eulanisierung“ bekannt und bei Naturfaser-Teppichböden eine Voraussetzung für den Erhalt des Wollsiegels, des GuT-Signets, des Wools-of-New-Zealand-Zeichens oder des „Certificate of Quality”. Meist werden bei der Eulanisierung so genannte Pyrethroide eingesetzt. Bei Einhaltung der Grenzwerte sind laut Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) mit der Mottenschutzausrüstung keine gesundheitlichen Risiken verbunden.
Naturprodukte: Teppichböden aus Naturfasern Mottenschutz
Teppichböden aus Naturfasern halten zurzeit einen Marktanteil von etwa zehn Prozent. Die größte Bedeutung haben hier Wollteppiche – vor Bodenbelägen aus Kokosfasern oder Sisal. Wolle ist sehr elastisch, weich und wirkt besonders schallund wärmedämmend. Dank eines natürlichen Restfettgehaltes ist sie zudem schmutzabweisend. Die meisten Naturfaserteppiche wirken sich positiv auf das Raumklima aus, da sie viel Feuchtigkeit aufnehmen und bei abfallender Luftfeuchte wieder an die Raumluft abgeben. Wollteppiche wirken sich positiv auf das Raumklima aus Teppichböden aus Naturfasern sind zunehmend beliebt.
Farben zum Wohlfühlen und Gestalten
Farbige Teppichböden wirken belebend. Sie können sogar depressive Stimmungen verhindern, denn die Psyche des Menschen reagiert sensibel auf farbliche Reize. Wer viel Wert auf eine heitere Atmosphäre legt, sollte sich eher für ein leuchtendes Orange als für dunkles Blau entscheiden. Darüber hinaus lassen sich Räume mit Teppichboden optisch verändern. Schmale Flure oder kleine Räume wirken beispielsweise durch einen hellen Teppichboden größer.
Behaglichkeit
Ein weicher und warmer Teppichboden macht jede Wohnung zu einem behaglichen Zuhause.
Schonung von Muskeln und Gelenken
Barfußlaufen auf Teppichboden kommt einer natürlichen Fußreflexzonenmassage gleich. Zudem federt der elastische Untergrund Bewegungen ab und schont dadurch Gelenke und Muskulatur.
Sicherheit auf Schritt und Tritt
Teppichboden mindert die Gefahr des Ausrutschens. Wer dennoch stürzt, fällt weich. Das Unfallrisiko wird dadurch erheblich reduziert. Für ältere Menschen und kleine Kinder ein erheblicher Vorteil.
Weniger Lärm
Teppichboden federt nicht nur Bewegungen ab – auch Lärm erteilt er einen Dämpfer. Dicke, weiche Teppichböden schlucken bis zu 90 Prozent des Trittschalls. Teppichboden im Kinderzimmer schont Gelenke und Muskulatur der Kleinen sowie die Nerven der Großen Mut zur Farbe: mit bunten Teppichböden kreativ zu stimmungsvollen Räumen.
Viele Gründe sprechen für Teppichboden Leichte Pflege
Teppichboden ist leicht zu pflegen. In der Regel genügt es, ihn einmal wöchentlich mit einem Bürstsauger zu saugen. Für langflorige Teppiche und grobe Schlingenware aus Wolle empfiehlt sich ein Staubsauger mit glatter Düse. Verunziert ein Fleck den textilen Bodenbelag, gilt: möglichst rasch entfernen.
Energie sparen
Teppichboden kann als Wärmedämmstoff angesehen werden. Der dichte Flor und die Rückenbeschichtung wirken isolierend und bilden eine Wärmebarriere. Wohnungen mit Teppichboden müssen daher im Frühjahr und im Herbst vergleichsweise selten beheizt werden.
Teppich beugt Erkältungen vor
Teppichboden hält die Füße warm. Das ist insbesondere in der kalten Jahreszeit von Vorteil. Denn bei warmen Füßen ist der Körper insgesamt besser durchblutet und das Immunsystem aktiver; Erkältungsviren haben dann „schlechte Karten“. Zu den einzelnen Aspekten erhalten Sie bei der ETG ergänzende Informationsbroschüren. Entgegen manchem Vorurteil belegen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass auch Allergiker auf die Annehmlichkeiten textiler Bodenbeläge nicht zu verzichten brauchen. Anders als oft dargestellt, finden Hausstaubmilben in Teppichen und Teppichböden kein günstiges Lebensklima. Teppichboden kann Allergiebeschwerden sogar lindern. Der Grund: Teppichboden bindet den Staub und die darin enthaltenen Allergene, wie beispielsweise Milbenkot, bis zum nächsten Saugen. Auf glatten Bodenbelägen wird der Feinstaub hingegen bei jedem Schritt aufgewirbelt und kann so mit der Atemluft in die Lungen gelangen.
< Foto: Kinderzimmer BU: Teppichboden hält Staub und Allergene bis zum nächsten Saugen fest. Dies lindert die allergischen Beschwerden.) >
Teppichboden hält Staub und Allergene bis zum nächsten Saugen fest. Dies lindert die allergischen Beschwerden.
Tipps für Allergiker Folgendes sollten Allergikerbeachten:
• Staub und Allergene leicht abgesaugt werden können.
Kaufen Sie kurzflorige und dichte Ware, von der
• wöchentlich mit einem für Allergiker geeigneten Staubsauger mit rotierendem Bürstvorsatz und Mikrofilter.
Saugen Sie Ihren Teppichboden mindestens einmal
• Staubsaugerbeutel, auch wenn die rote Filterwechselanzeige noch nicht aufleuchtet.
Wechseln Sie mindestens einmal monatlich den
• einen Test durch, um festzustellen, ob überhaupt Milben in Ihrem Teppichboden sind. Bei positivem Testergebnis empfiehlt sich eine Pulverreinigung mit einem Milben abtötenden Mittel. Der Test und das Reinigungspulver sind in der Apotheke erhältlich.
Führen Sie vorsorglich ein- bis zweimal jährlich
Wohin mit dem alten Teppichboden?
Weitere Tipps für Allergiker enthält die ETG-Broschüre „Schutz vor Allergien – Hausstaubmilbenallergie” Zurzeit besteht keine Rücknahmepflicht für gebrauchte Teppichböden. Um textile Bodenbeläge ökologisch verträglich und ressourcenschonend zu verwerten, hat die Teppichindustrie in einem europäischen Forschungsvorhaben (RECAM) Verwertungsmöglichkeiten für Altteppiche und die darin enthaltenen Materialien erarbeitet. Mit einem Pilotprojekt wurden darüber hinaus die technischen und wirtschaftlichen Basisdaten für die Einführung eines Recyclingsystems erarbeitet. Wenn Sie mehr über das Thema „Recycling von Altteppichböden“ wissen möchten, so wenden Sie sich bitte an die: GuT – Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V.
Schönebergstraße 2 D-52068 Aachen
Telefon +49(0)2 41-96 84 3411
Telefax +49(0)2 41-96 84 34 00
E-Mail mail@gut-ev.de
Das rote „t“: Garant für Qualität
Seit mehr als 40 Jahren steht das rote „t“ als Garant für Qualität. Es zeichnet Teppichboden aus, dervorab in anerkannten Prüfinstituten durch umfangreiche Tests auf Herz und Nieren geprüft wurde. Darüber hinaus gibt das Zertifikat Informationen über die Eigenschaften des Teppichbodens und dient daher als praktische Entscheidungshilfe. Es empfiehlt sich also, beim Teppichbodenkauf auf das rote „t“ zu achten.
Kauf-Tipp: „Certificate of Quality“
Eine Orientierungshilfe beim Teppichkauf bietet das „Certificate of Quality“ der Europäischen Teppich- Gemeinschaft e.V.– deutlich zu erkennen an dem roten „t“. Das Zertifikat enthält alle wichtigen Informationen über den Teppichboden:
• an der Anzahl der Sterne am Kopf des Zertifikats. Bis zu fünf Sterne kann ein Teppichboden erhalten. Die Wertigkeit wird beispielsweise bestimmt durch den Komfort, den Grad der Beanspruchbarkeit und die Zusatzeignungen. Wertigkeit des Produktes: Diese ist erkennbar
• zeigt an, ob der Teppichboden für den Einsatz im Wohn- oder Geschäftsbereich eingestuft ist. Teppichböden, die für den Geschäftsbereich geeignet sind, sind es grundsätzlich auch für den Wohnraum. Einsatzbereich: Ein Piktogramm im Zertifikat
• Personen gibt Aufschluss über die Beanspruchbarkeit des Bodenbelags. Beanspruchbarkeit: Die Anzahl der abgebildeten
• zeigen an, welche Zusatzeignungen ein Teppichboden aufweist: ob er beispielsweise zum Verlegen auf einer Treppe oder über einer Fußbodenheizung geeignet ist. Zusatzeignungen: Verschiedene Piktogramme  Im Labor werdendie Teppichbödeneinem BelastungstestunterzogenDer Umwelt zuliebe: Alle Teppichböden mit „Certificateof Quality“ sind auf Schadstoffe geprüft
TÜV-überwachte Qualität
Der TÜV Rheinland überwacht als unabhängige Einrichtung die Vergabe des Zertifikates sowie die Prüfmethoden und -ergebnisse. Zudem wird auch die Auszeichnung der Teppichböden im Handel vom TÜV kontrolliert.
Einmalig und unbestechlich: die Certificate-Number
Die Certificate-Number garantiert, dass ein Teppichboden geprüft und zertifiziert wurde. Anhand dieser Kontrollnummer können die individuellen Prüfergebnisse eines mit dem „Certificate of Quality“ ausgezeichneten Teppichbodens angefordert werden. Gern beraten Sie auch die Experten von der ETGInfo- Hotline gebührenfrei unter der Telefonnummer 0800-3848377. Ein Synonym für Sachverstand und Objektivität im Urteil: das TÜV-Signet
Für besondere Ansprüche: die Zusatzeignungen
Alle wichtigen Zusatzeignungen sind auf dem „Certificate of Quality“ durch einfache Symbole dargestellt.
• Teppichboden aus, der für das private Arbeitszimmer geeignet ist. Symbol „Stuhlrolle wohnen” zeichnet
• aus, der für Geschäftsräume geeignet ist. Symbol „Stuhlrolle” zeichnet Teppichboden
• Teppichboden aus, der für Treppen in privaten Gebäuden geeignet ist. Symbol „Treppe wohnen” zeichnet
• aus, der für Treppen in Geschäftsgebäuden geeignet ist. Symbol „Treppe” zeichnet Teppichboden
• Teppichboden aus, der für Böden mit Fußbodenheizung geeignet ist. Symbol „Fußbodenheizung” zeichnet
• aus, der sich durch eine besonders geringe elektrostatische Aufladung auszeichnet. Im Rahmen der Bestimmungen der Europäischen Teppich-Gemeinschaft werden Produktprüfungen hinsichtlich der Qualität des Teppichbodens vorgenommen. Auch Gesundheits- und Umweltverträglichkeit eines textilen Bodenbelags sind Voraussetzung für den Erhalt des Qualitätszertifikats. Unabhängige Institute wie das Textiles & Flooring Institute GmbH (TFI) prüfen neben der Materialqualität auch die Abgabe von Gerüchen und Einhaltung von Schadstoff- und Emissions-Grenzwerten sowie die umweltfreundliche Herstellung. So erhalten nur textile Bodenbeläge mit dem Signet der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V. (GuT) oder vergleichbarer unabhängiger Institute das rote „t“. Symbol „Antistatik” zeichnet Teppichboden.
 

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